Bewegungskrieg versus Stellungskrieg: Kriegsgeschichte und Gegenwart

Bewegungskrieg versus Stellungskrieg: Kriegsgeschichte und Gegenwart

Eine Kriegführung, in der die Artillerie und die Infanterie dominieren, wird, wie es der Erste Weltkrieg von 1914 bis 1917 in Frankreich gezeigt hat, schnell zu einem Stellungskrieg mit Artillerieduellen und Hekatomben an toten Infanteristen degenerieren. Erst durch die Einführung der britischen Tanks und dem Einsatz von Kampfflugzeugen mutierte der Krieg ab Juli 1917 zunehmend zu einem Bewegungskrieg. Am Ende musste das Deutsche Reich um einen Waffenstillstand bitten.

1940 führte das Dritte Reich die Offensive gegen Frankreich. Unter Umgehung der Maginotlinie stiess die Wehrmacht über Belgien und den Niederlanden gegen Nordfrankreich vor. Die deutsche Offensive war ein Bewegungskrieg, der durch den Einsatz von Kampfpanzern, Erdkampfflugzeugen Stukas (Ju 87) und der deutschen Luftüberlegenheit über dem Gefechtsfeld dominiert wurde. Am Ende musste Frankreich kapitulieren.

Seither sind in verschiedenen Kriegstheatern Bewegungskriege geführt worden. Ein solches Beispiel war die Invasion des Iraks durch die USA und ihre Alliierten 2003. Die alliierten Panzereinheiten wurden durch die Überlegenheit an Bombern, Kampfflugzeugen und Marschflugkörpern unterstützt. In kurzer Zeit war das gesamte Staatsgebiet des Iraks erobert.

Dass Bewegungskriege gewonnen werden, bedeutet nicht, dass der Gegner kapituliert. Die siegreiche Schlacht kann zu einem Kleinkrieg mutieren, durch den schlussendlich der ursprüngliche Sieger besiegt wird. Dieser hatte nur in einer Schlacht gesiegt und nicht den Krieg gewonnen. Beispiele dafür gibt es in der neueren Kriegsgeschichte viele, so Vietnam, die Afghanistankriege und der Irak.

Wenn nun die Ukrainer die russischen Streitkräfte aus den eroberten Gebieten verdrängen wollen, dann müssen sie gegen die Russen einen Bewegungskrieg mit Artillerie, Kampfpanzern und Kampfflugzeugen führen. Leider verfügen die ukrainischen Streitkräfte heute über keine modernen Kampfpanzer westlicher Herkunft. Die Lösung wäre die Lieferung deutscher Kampfpanzer Leo 1. Diese wären verfügbar. Offenbar sperrt sich das deutsche Bundeskanzleramt gegen eine solche Lieferung. Die Ukrainer sollen sich mit alten russischen Kampfpanzern begnügen. Mit diesen werden sie nur bedingt einen langaudernden Bewegungskrieg gegen die Russen führen können.

 

Panzerschiessen (A.S.)

Schreibe einen Kommentar